Dienstag, 21. Januar 2014

"Für Bildung und Selbständigkeit" Das St. Galler Tagblatt zeigt sich einmal mehr lernresistent

Wir machen uns selten Gedanken über Begriffe, die wir im Alltag verwenden. Es wäre ja auch übertrieben, über jeden Begriff zu philosophieren, bevor wir ihn aussprechen. Und doch drücken wir durch die Verwendung oder Nicht-Verwendung mancher Begriffe bestimmte Haltungen aus, denen wir uns bewusst sein sollten! 




Die Bezeichnung "taubstumm" wird von gehörlosen Personen als diskriminierend empfunden, weil der Wortteil "stumm" eine negative Konnotation enthält und gegen gehörlose Personen in der Bedeutung von „dumm“ oder „unfähig“ gehandhabt wird. Gehörlose erachten Sprechfähigkeit weniger wesentlich als Kommunikationsfähigkeit, um mit „stumm“ bezeichnet zu werden. Sie können kommunizieren, ob in Gebärdensprache oder in Lautsprache. Daher wollen gehörlose Menschen entweder mit „gehörlos“ oder „taub“ bezeichnet werden.

Leider ist diese Botschaft beim St. Galler Tagblatt noch immer nicht angekommen, obwohl ich die Zeitung bereits mehrmals darauf hingewiesen habe, dass das Wort "taubstumm" nicht erwünscht ist und sehr leicht ersetzt werden kann.





Montag, 20. Januar 2014

20min: Zürich hat den ersten Bitcoin-Bankomaten

Bitcoin sind hip, Bitcoin sind in. Deshalb muss man als Zeitung immer mal wieder einen Artikel dazu schreiben.

Dass man bei 20min auch nach 13 Artikeln im Jahr 2013 (und bereits dem 2. im Jahr 2014) noch keine Ahnung hat, wie Bitcoin funktioniert, ist doch etwas bedenklich.

Da Bitcoin eine Währung ist, die ohne Banken funktioniert, hätte man sich im Titel mit "Bitcoin-Automaten" begnügen können. Denn mit einer Bank hat der Bitcoin-Automat nun eben gerade gar nichts zu tun.
Dass dann durchwegs das Wort "Bancomat" im Artikel verwendet wird (hat der Zitierte Dorian Credé wirklich von einem Bancomaten gesprochen?) ist wenigstens konsequent.

"Vorgängig muss jeder Benutzer im Internet ein Bitcoin Konto einrichten"

Von Bitcoin Konti (auch Webwallet genannt) ist definitiv ab zu raten. Bei Bitcoin hat man normaleweise ein sogenanntes Wallet (eine Brieftasche) in welchem das Geld gespeichert ist. Wie gesagt, Bitcoin braucht keine Banken! Konsequenterweise gibt es natürlich auch keine Infos, wo und wie man denn nun so ein "Konto" eröffnen könnte. Es bleibt dem Leser überlassen, diese Dinge selbst heraus zu finden. Hier der Link, den eigentlich der Autor bei 20min hätte liefern sollen.

"Anschliessend kann man sich mit einem QR-Code, der auf dem Smartphone erscheint, im Automaten in sein Konto einloggen"

Boah, das tönt aber gefährlich! Das wäre es auch - wenn diese Beschreibung auch nur der Spur nach einen Bezug zur Realität hätte.
Aber wie schon erwähnt haben wir eine Brieftasche auf dem Smartphone und kein Konto, in welches man einloggen könnte. Und ausserdem muss man, um Geld an jemanden zu senden (Der Automat sendet ja die Bitcoin über das Internet an meine Brieftasche) ja auch keine Geheimnisse preisgeben.

Das einzige, was der QR-Code enthält, ist nämlich eine Adresse meiner Brieftasche (und jede Brieftasche kann viele verschiedene Adressen haben) und eventuell einen Kommentar.

Es macht übrigens nichts aus, wenn das Smartphone während der Überweisung keine Verbindung zum Internet hat. Die Transaktion ist im Netzwerk vermerkt und wird auf dem Smartphone (oder auf dem Computer zu Hause) angezeigt, sobald eine Verbindung besteht.
Also, statt "Konto" ->Brieftasche und statt "einloggen in Konto" -> "Empfängeradresse". So einfach wäre das gewesen!

Dass 20min gerne reisserisch über Bitcoin berichtet, hat aber schon fast Tradition... Interessant wäre mal ein Artikel mit anderer Sichtweise, beispielsweise wieso denn die Banken und Währungshüter vor der kaum kontrollierbaren Währung warnen?

Geht es den Banken, die fleissig mit hoch riskanten Derivaten handeln und diese auch ahnungslosen Kunden andrehen wirklich um das Wohl der Kunden, wenn sie vor den Risiken von Bitcoin warnen (Risiken, die teilweise durchaus real sind!)? Oder haben sie eher Angst vor Konkurrenz?

Wenn die Währungshüter warnen, weil hinter BTC keine reale Reserve steht, vergessen sie dabei, dass dies auch bei den bestehenden Währungen und Wertpapieren kaum der Fall ist. Ist es die Angst vor dem nicht Kontrollierbaren?

In die richtige Richtung geht der Artikel vom 4. Januar 2014 - aber auch hier geht man nicht in die Tiefe sondern zitiert einen einzigen Experten (oder müsste "Experte" hier in Anführungszeichen stehen?). Mihm führt schön auf, wieso den Regierungen Bitcoin nicht passt. Er vergisst aber, dass Bitcoin anders funktioniert als bisherige Alternativwährungen. Bitcoin ist nicht auf zentrale Instanzen angewiesen. Tausch und Überweisungen funktionieren weltweit einfach und schnell. Bitcoin ist einfacher und günstiger als die Kreditkarte! Das sind Vorteile, die Bitcoin zumindest im Internetgeschäft eine Zukunft garantieren. Wenn nicht im Mainstream, dann halt in der Nische.

Mein Beitrag ist mal wieder viel länger als geplant und bitcoinlastig. Mir doch egal, ich hab weder ein Zeilensoll zu erfüllen noch ein Limit ein zu halten :)

Schade finde ich, dass man das Überprüfen der Fakten offenbar dem Leser überlässt. Wofür brauche ich noch eine Zeitung, wenn ich die Fakten doch noch selbst checken muss? Wäre das nicht Aufgabe der Journalisten?

Dienstag, 7. Januar 2014

Diverse Medien: IV setzt Hirnscans ein, um Depression zu diagnostizieren

Seit gut 24 Stunden geistert obengenannte Meldung durch die Medien. Gestern war es sogar das Titelthema in 20min.
Aber auch der Tagesanzeiger berichtet zum Thema.
Besonders unkritisch berichtet der Blick.

Update: Der Tagesanzeiger hat es kurz nach Veröffentlichung meines Blogs doch noch geschafft, ein Interview mit den Aussagen eines Spezialisten zu veröffentlichen. Sehr empfehlenswert, das zu lesen.


Traurig ist, dass offenbar alle nur abschreiben und nicht darauf kommen, dass man ein EEG nicht als Hirnscan bezeichnet (ein fMRI wäre z.B ein typischer Scan). Bei einem EEG werden keine Bilder aufgenommen, sondern Widerstandsänderungen gemessen (und als Kurven aufgezeichnet).
Wieso sich dann SRF bemüssigt fühlt, Computertomographien zu zeigen, erschliesst sich mir nicht ganz.

Update: inzwischen wurde das Bild ersetzt

Ein EEG sieht z.B. so aus:

Aber auch bei Tagesanzeiger und 20min kommen vor allem Politiker oder Vertreter von Patientenorganisationen zu Worte. Offensichtlich hat sich niemand die Mühe gemacht, mal die einschlägige Literatur zu konsultieren oder Psychologen, Neurologen oder wenigstens die durchführenden Spezialisten zu befragen. Wo bleibt die vielgelobte Recherche?
Eine ganz kurze Recherche meinerseits hat z.B. dieses Paper gebracht (nur abstract, der Rest ist hinter einer Paywall, aber das ist ein anderes, trauriges Thema). Veröffentlicht 2010 ist es wohl noch kaum überholt, da es gerade in der Medizin häufig viele Jahre dauert, bis aus Erkenntnisse aus der Forschung auch in der Praxis angewendet werden.
Ausschnitt:
"Resting EEG was recorded for the duration of 30 min. Spectral asymmetry (SA) of the EEG spectrum was estimated as relative difference in the selected higher and lower EEG frequency band power. Calculated SA values were positive for depressive and negative for healthy subjects (except for 2-3 subjects). The values behaved similarly in all EEG channels and brain hemispheres. Differences in SA between depressive and control groups were significant in all EEG channels. Dependence of SA on EGG signal length appeared not to be identical for depressive and healthy subjects. Our results suggest that SA based on balance between the powers of the higher and the lower EEG frequency bands seems to enable characterization of the EEG in depression."
36 Patientinnen, davon 18 mit diagnostizierter nicht medikamentös behandelter Depression und 18 als Kontrollgruppe, wurden getestet. Es gibt eine Korrelation zwischen EEG (in Ruhe) und Depression. Diese Korrelation traf aber bei 2-3 Testpersonen nicht zu! Das ist also eine Fehlerquote von mindestens 6-8%. Und von einer Quantifizierung ist schon gar nicht die Rede.
Es wird sicher noch mehr Literatur zum Thema geben, welche für jemanden, der eine Suchmaschine bedienen kann, leicht zu finden sein dürfte.
So wie sich das Ganze für mich darstellt, wurden die IV-Stellen über den Tisch gezogen. Oder man hat ein Hilfsmittel, welches nur ein kleines Gewicht in der Diagnostik hat, künstlich in den Mittelpunkt gestellt, um Aufmerksamkeit zu generieren.
Schade, dass die Medien hier mal wieder mehr Fragen unbeantwortet lassen als zu deren Klärung bei zu tragen. Ein Statement eines Spezialisten auf dem Gebiet hätte zur Aufklärung gereicht (aber dann wäre ev. halt kein reisserischer Artikel draus geworden).

Montag, 30. Dezember 2013

Tagesanzeiger: Israelische Panzer greifen libanesisches Grenzgebiet an

Der Tagesanzeiger berichtet gemäss Schlagzeile über einen Angriff von israelischen Panzern auf libanesisches Gebiet. Interessanterweise liest sich dann der Aufreisser schon etwas anders:
"Als im Norden Israels zwei Raketen einschlagen, lässt die militärische Reaktion durch israelische Panzer nicht lange auf sich warten. Schäden gibt es nicht. Doch die Region ist nervös."
Aha. Also hat Israel auf einen militärischen Angriff aus einem Nachbarland reagiert. Trotzdem spricht der Titel von einem Angriff Israels.

Ich habe mal zum Ende des Artikels gescrollt, und geschaut, woher dieser kommt: "

(bru/AP)"

Vom Ressortleiter Newsdesk Marc Brupbacher aufgrund einer Meldung von Associated Press (AP).





Mal sehen, wie denn der Originalartikel von AP aussieht.


Als erstes fällt mir auf, wie sehr sich die Bilder zu den Ereignissen gleichen. Obwohl der Tages Anzeiger ein Video von Reuters verwendet und AP ein eigenes Bild:



Was mich eher erstaunt ist die Tatsache, dass im AP Artikel der Angriff von libanesischem Staatsgebiet aus auf Israel im Vordergrund steht und die Panzerattacke von Israel deutlich als Reaktion darauf gekennzeichnet wird, während der Journalist des TA sich die Mühe macht, vor allem die Attacke Israels in den Vordergrund zu stellen.


Da stellt sich bei mir automatisch die Frage:"Was will Herr Brupbacher damit aussagen?" Wieso ist offenbar die Antwort Israels wichtiger, als die primäre Attacke? Bringt "Israel attackiert andere" mehr Klicks als "Israel wird attackiert"? Ist er der Meinung, dass Israel sowieso der böse Aggressor ist, und dies so hervorgehoben gehört?


Wie bei all meinen Artikeln werde ich den betroffenen Autor über diese Veröffentlichung informieren. Reaktionen sind jedoch ganz selten. Daher erwarte ich auch nicht, dass wir je erfahren werden, was der Grund für diese seltsame Verdrehung ist.


Liest man den Rest des Artikels, stellt man fest, dass dieser eine fast wörtliche Übersetzung der AP-Meldung ist. Die einzigen Eigenleistungen (ich will damit nicht sagen, dass die Übersetzung eines Artikels keine Leistung sei) scheinen also die Verwendung des Videos von Reuters statt des Bildes von AP sowie der Titel zu sein.





Sonntag, 29. Dezember 2013

Stöckchen Jahresende 2013

Ellen warf mir ein Stöckchen zu und hat getroffen!
Es ist das erste Mal, dass ich so ein Stöckchen zugeworfen bekomme und ich bin fast etwas nervös. Aber nur fast.

Ihre Fragen an mich:
1. Was hast du im Jahr 2013 erstmals gemacht / erlebt?  
2. Was willst du am 29.12.2014 in deinen Jahresrückblick schreiben können?
3. Was ist das beste Buch / der beste Artikel, das / den du im vergangenen Jahr gelesen hast?
4. Was hast du im vergangenen Jahr zuviel getan und was zuwenig?
5. Wenn du im 2014 eine beliebige Fähigkeit erlernen könntest, welche wäre das?

1. Ich habe das erste Mal eine richtig lange Bergwanderung (5 Stunden Wanderzeit) mit unserem Hund Blue gemacht und gestaunt, welche Ausdauer das kleine Tier hat.

2. Ich konnte meine Frau zur glücklichsten Frau der Welt machen!

3. Ich habe dieses Jahr angefangen, einige der bekannten Klassiker in Englisch als E-Book zu lesen. 20000 leagues under the sea von Jules Vernes hat mir dabei sehr gut gefallen

4. Ich habe in 2013 zuviel Zeit mit Spielen am Handy verbracht und viel zu wenig Beiträge für meinen Blog geschrieben.

5. Es gibt so vieles, was ich können möchte da fällt es schwer, etwas Bestimmtes heraus zu heben. Da ich mich hier für etwas entscheiden muss: ich möchte schmieden lernen: Eisen in der Esse zum Glühen bringen und mit dem Hammer in die richtige Form bringen.


Mein Stöcklein geht an alle, die es gerne abnehmen wollen und insbesondere an
René @3arBS
Rene Roediger @djsojus
Patrick Seemann @nohillside

Meine Fragen für euch:
1. Welches Ereignis in 2013 hat dich besonders bewegt?
2. Welche deiner Wünsche und /oder Vorsätze für 2013 konnstest du erfüllen bzw. umsetzen?
3. Was möchtest du in 2014 unbedingt tun?
Schau durch die Glaskugel auf das Jahr 2014:
4. Was werden die prägenden Ereignisse in 2014 sein?
5. An welches Erlebnis aus 2014 wirst du dich noch lange erinnern? 

Sonntag, 28. April 2013

Wie und wo recherchiert die "Ostschweiz am Sonntag"?

Die "Ostschweiz am Sonntag" bringt in der heutigen Ausgabe auf einer Doppelseite gleich drei Artikel über das niederländische Königshaus. Von einer Sonntagszeitung könnte man erwarten, dass die Journalisten eine Woche lang Zeit hatten, ihre Hausaufgaben zu machen und gut zu recherchieren.

Weit gefehlt.

Die Artikel sind online leider nur für Abonnenten lesbar. Hier einige Zitate:

1:"Amsterdam im Ausnahmezustand vor Willem-Alexanders Krönung"

2."Am Dienstag krönen die Niederländer ihr neues Königspaar, Millionen von Niederländern feiern eine riesige Party"

3."Sämtliche Hotels sind für die Krönungsfeierlichkeiten ausgebucht. Selbst für Zimmer, die diese Bezeichnung überhaupt nicht verdienen, und eher einem grösseren Taubenverschlag mit Toilette im Flur gleichen, werden noch 200 Euro pro Nacht verlangt. Ein Amsterdammer, der direkt am Dam-Platz wohnt, .... zieht für ein paar Tage aus seiner Wohnung aus. Er hat sie  an einen ausländischen TV-Sender vermietet. Preis: 30 000 Euro für eine Woche"

4."Auf der Website marktplaats.nl bieten immer mehr Amsterdammer ihre Wohnungen zur zeitweiligen Miete für die nächste Woche an, weil keine Hotelzimmer mehr frei sind. Die Miete beträgt zwischen 500 und 1250 Euro pro Tag"

5."Schlaflose Nächte hätten sie nicht, behaupten der künftige König und die künftige Königin der Niederlande im Gespräch mit unserer Zeitung."

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Zitat Nummer 5 kann nicht den Tatsachen entsprechen. Die "Ostschweiz am Sonntag" hat kaum mit dem künftigen Königspaar gesprochen. Willem-Alexander und MáximaMáxima hätten nämlich für Aussagen wie "Krönung" und "krönen" (Zitate 1 und 2) kaum ihre Zustimmung gegeben. In den Niederlanden wird der König nicht gekrönt. Stattdessen erfolgt seine Amtseinführung im Rahmen einer Zeremonie. WER sollte dem neuen König die Krone aufsetzen?

Zum Zeitpunkt der Amtseinführung des neuen Königs ist die frühere Königin nicht mehr dazu befugt und die Regierungsmitglieder schon gar nicht.
Wer sich auch nur ein kleines bisschen ernsthaft mit dem niederländischen Königshaus befasst hat, weiss dies. 

Dass "Millionen von Niederländern eine riesige Party" feiern, ist nichts Besonderes. Das tut das Volk jedes Jahr am 30. April. Das hat nichts mit der Amtseinführung des neuen Königs zu tun, sondern mit dem nationalen Feiertag. Gewöhnlich wird dieser Tag am Geburtstag des jeweiligen Königs oder der Königin gefeiert. Als die damalige Kronprinzessin Beatrix, die ihren Geburtstag am 31.1. feiert, im Jahr 1980 das Amt von ihrer Mutter Königin Juliana (Geburtstag 30.4.) übernahm, hat sie sich für die Beibehaltung des "Königinnentags" am 30. April entschieden - vor allem aus rein praktischen Gründen, da der Feiertag gerne im Freien gefeiert wird und dies Ende Januar weniger angenehm ist als Ende April. Künftig wird der Nationalfeiertag wieder am Geburtstag des Königs gefeiert, Willem-Alexander hat am 27. April Geburtstag.

Zitat 3. Diese Aussagen entsprechen nicht den Tatsachen. Eine aktuelle Meldung der niederländischen Onlinezeitung nu.nl zeigt auf, dass  in Amsterdam für den 30. April noch rund 4000 Hotelzimmer zur Verfügung stehen. 
Eine Bemerkung am Rande: Dass die "Ostschweiz am Sonntag" die Tatsache, dass ein Bewohner der Stadt Amsterdam seine Wohnung für eine Woche für viel Geld  an einen Fernsehsender vermietet (es handelt sich übrigens um den deutschen TV-Sender RTL) erwähnt, belustigt mich. Ein Thronwechsel findet in den Niederlanden durchschnittlich gerade mal alle 40 Jahre statt und zieht weltweit Millionen von Zuschauern vor den heimischen Fernseher. Die Zustände in Bezug auf die Wohnungsmieten während des WEF in Davos sind extremer als die Situation in Amsterdam, obwohl des WEF jedes Jahr über die Bühne geht und obwohl nicht in stundenlangen Livesendungen darüber berichtet wird. 

Zitat 4. Ich weiss nicht, wie und wo Helmut Hetzel recherchiert hat. Ich habe mit einem einzigen Klick auf die Marktplaatsseite Zimmer mit Frühstück zum Preis von 100 bis 150 Euro gefunden. 

Der Artikel "Was Máximas Lächeln wert ist" (Odilia Hiller) enthält ebenso einige Fehler.
Máxima soll laut Angaben von Frau Hiller den Titel ihrer Schwiegermutter übernehmen, was natürlich ein absoluter Quatsch ist!
Máxima heisst nach der Zeremonie: "Hare Majesteit, Koningin Máxima, Prinses der Nederlanden, Prinses van Oranje-Nassau" Dass sie den Titel "Königin" trägt, obwohl ihr Mann der König ist, hat historische Gründe. Auch in der Schweiz war es früher üblich, die Frau eines Pfarrers mit "Frau Pfarrer" an zu sprechen oder die Frau eines Arztes mit "Frau Doktor", obwohl diese Frauen weder ein Theologiestudium absolviert hatten noch einen Doktortitel trugen.
Máxima übernimmt also keineswegs den Titel ihrer Schwiegermutter, denn Beatrix heisst noch bis zur Amtsübergabe "Hare Majesteit Beatrix Wilhelmina Armgard, Koningin der Nederlanden, prinses van Oranje Nassau, prinses van Lippe-Biesterfeld"

Dass dieser Artikel mitten in einem Satz einfach zu Ende ist, setzt dem Ganzen übrigens noch die Krone auf.  :) 
 





Freitag, 10. August 2012

Blick am Abend: 80 Jahre Lego

Der Blick am Abend berichtet heute unter dem Titel 80 Jahre Stein um Stein über Lego. Der Artikel besteht aus sehr wenig Text und ist eigentlich nur eine Auflistung von Zahlen und Fakten.
Eine einfache Sache müsste man meinen. Nicht so für Cristina Maria Sieber; sie schafft es, bei insgesamt 12 aufgezählten Fakten 2 mal bei den Zahlen um mindestens den Faktor 1000 daneben zu liegen und bei einigen anderen wohl auch eher ungenau zu sein.

Hier ist die Liste der "Fakten" mit meinen Kommentaren dazwischen:
  • Der Name Lego entstand aus dem dänischen Wort «leg godt» was so viel heisst wie «spiel gut».
Mal davon abgesehen, dass "leg godt" zwei Worte sind (also eher ein Ausdruck), scheint diese Aussage zu stimmen.